Als klassischer Pianist ausgebildet, nahm Bob Wood zu früh in zu vielen Musik-Wettbewerben teil.
Nach einem Jahr wurde seine Konservatoriumausbildung durch den 2. Weltkrieg unterbrochen. Er
hatte aber Glück und durfte den Krieg als Musiker verbringen. Mit feinen Jazzmusikern, spielte er
Klavier, Posaune, Baß, Geige und vorbereitete Musik für die Regimentskapelle und den  
Gottesdienst. An Kriegsende, überzeugte ihn sein Vater fast, die Musik zu verlassen und in das
Familien-geschäft einzusteigen. Aber sein älterer Kollege, der Jazzmusiker Gil Evans, der die ‘Combo’
-Gruppe leitete, warnte ihn von diesem Plan weg: er solle sein Musikstudium weiterführen, und als
Musiklehrer den ‘Führerschein’ erhalten, welcher es ihm ermöglichen würde, in New York als Musiker
freitätig zu werden.

Im steifen Rahmen des Konservatoriums machte er seine wichtigste Erfahrungen außerhalb den
Schranken des Klassenzimmers: er bildete eine kleine Gruppe, spielte in Klubs und Possen; dort
lernte er ‘funktionell’ Musiktheorie, im ständigen Improvisieren, in der sofortigen Anpassung alter
Vorbereitungen. Aber der Lebensstil des Zigeuners, des reisenden Gesellens war nicht was er
wirklich wollte. Bevor er aus der Schule ging, hatte er schon seine zukünftige Frau, Marilyn Riley,
eine  begabte Tanzstudentin und Gitarristin und auch leistungsfähige Organisiererin kennen gelernt:
es hofften beide, zusammen ein ‘Volkskunstprogramm’ herzustellen, in dem allen Menschen, nicht nur
einer kleinen begabten Elite, Musik und Tanzunterricht erreicht würde. Am Ende seines Studiums
fuhren sie nach Chicago, wo Bob Wood Klavierstimmen lernte, mit dem Gedanken, diese Arbeit
würde ihnen helfen die geträumte Volkskunstschule zu finanzieren.
Drei Jahre später, wurden sie nach New York City eingeladen, wo seine Frau ihre Karriere als
Tänzerin began, während er an der ‘progressiven’ New Lincoln School unterrichtete. Seine erste
Lehrerstelle gewann er aufgrund von zwei Fragen zum Direktor der Schule,  Dr. John J.  Brooks:
1.        “Warum haben Alle Musik gern, bis sie Musikstunden anfangen?” und
2.        “Warum sagen mir so viele Menschen sie hätten einst Musik gelernt, Geige oder,
Klavierstunden genommen aber leider verlassen...?”

Die Überzeugung, daß diese zwei Fragen als Lebenssuche beantwortet werden konnten, wurde von
seinem Kollege und Mentor Hugh K. McElheny unterstützt und mit ihm nachgegangen. In allerlei
Wegen ersuchten sie Antworten. Mit den Kindern wurden ‘Musikinstrumente ohne falschen Tönen’
errichtet, die man ohne Übungen spielen konnte.  In den Parken baute er ‘Baumhäuser’ auf denen
Congatrommeln und Marimbas saßen und hunderte von Menschen ihre Hochstellung in der Welt mit
fröhlicher Unbezwungenheit feiern konnten.  
1963 begann er ein neues Musikprogramm an der Brownsville Volksschule in Brooklyn. Dort
unterrichtete er Saitenmusik für Anfänger und gebrauchte zum ersten Mal Platten, die es ermöglichen
alle Kinder in der Kapelle spielen zu lassen, indem die Platten sozusagen die ‘Auftragkraft’
anschaffen. Innerhalb drei Monate konnten seine Anfänger den 1. Satz der Kleinen Nachtmusik und
die Overtüre des Figaros vorführen; eine sechsjährige spielte Für Elise, als Concerto für die ganze
Kapelle vorbereitet. Die Eltern sassen neben ihren Kindern auf dem Podium und durften, sozusagen
in der Mitte der Musik sitzend, die volle Wirkung der Musik erleben. Bob Wood   war immer überzeugt
steuernunterstützte Musik solle bedeuten daß Alle spielen dürfen, jene Eltern einbeschlossen, deren
Kinder ihnen die Instrumente übergaben, und ihnen zeigten, wie man zusammen die Saiten zupft.
Bob Wood sah sich immer als Brückenschläger: über die stetig tiefere Kluft zwischen der Kunst und
dem Publikum, zwischen den Berufsmusikern und den Musiklaien, zwischen Live-musik und
Plattenmusik. In den 70. Jahren bildeten er und seine Frau eine ‘Festival Group’ mit der sie die
Vereinigten Staaten (und auch andere Länder) bereisten. In den Stadtparken hielten sie
Musikwerkstätten, in denen Tausende einfache Musikinstrumente bauen durften. Dreijahrelang
produzierte er für die WBAI Rundfunkstation in New York City ’Music By Ear’, eine Schulung des
Hörens. In der alternativen Park East School stellte er ein ‘multimedia’ Programm auf, wo
Kunstfotographie, Malen, Wandmalen, Stahltrommel, Festivalinstrumente und Studium in dem
Mannes Music College angeboten wurden:  die einzige Regel war, dass die gewählten
Kunstdisziplinen von den jungen Leuten ernst aufgenommen werden und als Drehpunkt der
persönlichen Ausbildung wirken sollten.
Zehn Jahre ging er dann in eine Art Ruhestand: er lebte auf seinem bewaldeten Land in Upstate New
York, war Hauszimmer, Feuerwehrmann, arbeitete sogar drei Jahre in den Krankenwägen im South
Bronx, wo er einst Musik gelehrt hatte. Nun ist er wieder bereit zu erforschen, wie man allgemein
klassische Musik zugänglich machen kann: nun aber hat er in dem Computer und Internet neue
Werkzeuge gefunden. Computer zu erlernen war in seinem Alter nicht einfach, aber mit ständiger
Hilfe von seiner Tochter Leslie und Schwiegersohn Jon Strom und mit der freundlichen Unterstützung
von treuen Freunden, ist er in der Lage, wenigstens Teile der zwei grundlegenden Fragen schließlich
zu beantworten, die ihn sein ganzes Leben an dieser Arbeit hielten.